Dolomiten Höhenweg 6 – Von Sappada nach Vittorio Veneto

Lange Etappen durch wildes Bergland, anspruchsvolle Kletterstellen und Klettersteige, Übernachtungen im Bivacco – der Dolomiten-Höhenweg Nr. 6 ist die ideale Tour für Könner, die Herausforderungen schätzen und die Einsamkeit in den Bergen lieben.

Dolomiten-Höhenweg 6 – der Weg der Stille

Alta Via dei Silenzi, Weg der Stille, wird der Höhenweg Nr. 6 auch genannt. Er gehört zu den anspruchsvollen Touren und führt nicht durch die eigentlichen Dolomiten, sondern durch die südlichen karnischen Alpen. Er beginnt, wo der Piave entspringt (unterhalb des Monte Peralba), und endet in Vittorio Veneto am Alpenrand. Beim Abstieg kann es dort ganz schön warm sein!

Der Weg ist landschaftlich reizvoll, da die zerklüfteten Gipfel mit ihren Zinnen und Türmen wild und romantisch anzusehen sind und sich immer wieder einzigartige Panoramablicke ergeben. Und still ist es wirklich: Ihr könnt über Stunden völlig allein gehen und klettern und begegnet am Tag höchstens einer Handvoll anderer Wanderer. Da ihr wahrscheinlich in Biwakschachteln übernachten werdet und die einzelnen Wegstrecken lang sind, nehmt ihr am besten reichlich Proviant und Wasser mit.

Dolomiten-Höhenweg 6: Dauer und Länge

Insgesamt ist dieser Weg 190 Kilometer lang und die Tour beansprucht etwa 12 bis 14 Tage. Etappen zusammenzulegen und die Strecke in weniger Tagen zu bewältigen, gelingt nur geübten Wanderern. Da einige der früheren Wegpassagen nicht mehr begehbar sind, gibt es inzwischen mehrere Varianten des Höhenwegs Nr. 6. Sorgfältiges Planen ist bereits im Vorfeld angesagt.

Dolomiten-Höhenweg 6: Schwierigkeit

Speziell die Etappe vom Rifugio Casera Laghèt de Sora bis zum Bivacco Paolo Greslin (Tag 8) sowie die folgende Etappe vom Bivacco bis zum Rifugio Maniago (Tag 9) sind anspruchsvoll und körperlich anstrengend. Hier sind mehrere lange Kletterpassagen zu bewältigen, sowohl im Aufstieg als auch im Abstieg (Schwierigkeitsgrad I und II).

Zusätzlich zukörperlicher Fitness, Erfahrung und Trittsicherheit solltet ihr ein gutes Orientierungsvermögen und Pfadfinderfähigkeiten mitbringen: Die Wegmarkierungen sind nicht immer leicht zu finden, der Weg ist manchmal eingewachsen oder mit Geröll bedeckt.

Dolomiten-Höhenweg 6: Etappen

Tag 1: Von Sappada/Granvilla mit dem Bus nach Cima Sappada. Im Valle di Sesis bis zum Ende der Straße talwärts zum Rifugio Sorgenti del Piave. Dann über die Forcella Franza zu den Laghi d’Olbe und zum Rifugio Monte Ferro. Von da mit dem Sessellift nach Sappada/Granvilla (1.218 Meter). 6,5 Stunden.

Tag 2: Durch das Val d’Enghe bis zum Ende der Straße, dann links hinauf auf den Passo d’Elbel und wieder hinunter zum Rifugio Fratelli De Gasperi (1.761 Meter). 4 Stunden.

Tag 3: Weiter zur Casera Clap Piccolo und zur Casere Mimoias. Dann zum Passo Lavardet und durch das Val Frison zum Rifugio Tenente Fabbro (1.783 Meter). 4 Stunden.

Tag 4: Hinunter ins Val si Roda, dann zum Passo della Mauria und bis hinauf zum Rifugio Giaf (1.405 Meter). 6,5 Stunden.

Tag 5: Vom Rifugio Giaf bis zum Rifugio Casera Laghèt de Sora. 6 Stunden.

Tag 6: Über Forcella Val dei Drap und einen kleinen Bergsattel bis nach Forcella dei Cacciatori und über weitere Kletterpassagen zum Bivacco Paolo Greselin. 1.000 Meter hinauf und fast ebenso viele wieder hinunter. 8 Stunden.

Tag 7: Es wird wieder geklettert: zur Forcella dei Frati und weiter über die Forcella Duranno, dann recht gemütlicher Abstieg zum Rifugio Maniago. 3,5 Stunden.

Tag 8: Leichte Wanderung über die Casera Bedin di Sopra hinunter nach Erto. 4,5 Stunden.

Tag 9: Mit dem Bus geht es nun nach Cellino di Sopra. Von dort zu Fuß weiter in das Valle Chialedina bis zur Casere Gravuzza. Dann über den Passo Valbona das Venàl di Montanès hinunter nach San Martino di Erto.

Tag 10: Über Funes zur Casera Pal in das Valle Salatis und weiter ins Valle Speralonga. Danach hinauf zur Forcella Lastè und hinunter zum Rifugio C.e.M. Semenza. 4,5 Stunden.

Tag 11: Im Val de Piera zur Casera Palentina und über den Palughetto zur Casers Pizzoc und zum Rifugio Città Vittorio Veneto.

Tag 12: Nun geht es 1.500 Höhenmeter hinab nach Vittorio Veneto.

Dolomiten-Höhenweg 6: Highlights

Landschaftlich besonders reizvoll ist die Tour zu Casera Laghet de sora. Für Kletterfreunde mit Erfahrung und Anspruch ist die anschließende Etappe mit dem Übergang zum Bivacco Paolo Greselin sicher das absolute Highlight der gesamten Strecke.