Dolomiten Höhenweg 7 – von Pieve d’Alpage nach Segusino

Die Karnischen Alpen liegen im Süden Österreichs und an der Grenze zu Italien. Hier gibt es einige Besonderheiten wie Paradieslilien, Alpenskorpione und Gebirgseidechsen zu entdecken. Nicht umsonst gilt der Gebirgszug als Mekka für Naturliebhaber und ist Ziel des Dolomiten-Höhenwegs 7. Wer die unverdorbene Naturlandschaft genießen will, kann die Wanderung von Pieve d´Alpago über Belluno nach Segusino wagen. Freibiwaks, Hütten und eine nicht unbeachtliche Gehzeit machen diesen Wanderweg zu einem anspruchsvollen Abenteuer, bei dem es Gipfel zu erklimmen, Klettersteige zu überwinden und Abstiege zu bewältigen gilt.

Auf den Spuren Lothar Pateras

Der Dolomiten-Höhenweg Nr. 7 gilt als besonders anspruchsvoll und kam 1976 zu den bis dahin 6 Höhenwegen hinzu, die in den 1960er und 1970er Jahren entstanden sind. Unter dem Namen „Auf den Spuren Lothar Pateras“ ist der Höhenweg besonders durch Erzählungen begeisterter Wanderer so berühmt geworden. Nicht ohne Grund: Hier gibt es einiges zu entdecken. Eine einzigartige Naturlandschaft mit farbenfrohen Blumen, Panorama-Blicken, Steinböcken und unendlicher Weite wartet auf erfahrene Wanderlustige. Ein Wanderführer sollte hinzugezogen oder zumindest die Wegweiser beachtet werden, um auf trittsicheren Pfaden unterwegs zu sein. Wer alle Kletterstellen mit Ruhe und Sorgfalt angeht, auf seine Trittsicherheit achtet und es in punkto Gehzeit nicht übertreibt, sondern zwischendurch wertvolle Pausen einlegt, wird von diesem anspruchsvollen Höhenweg begeistert sein.

Der Dolomiten-Höhenweg 7 – Umfang, Dauer und Schwierigkeit

Der Dolomiten-Höhenweg Nr. 7 verläuft in den Karnischen Alpen und umfasst 110 Kilometer, die in 11 Tagen Fußmarsch zurückgelegt werden können. Von Pieve d´Alpago im Norden nach Segusino im Süden erstreckt sich die anspruchsvolle Strecke, die sich durch großartige Landschaften und abwechslungsreiche Szenerien auszeichnet. Die anspruchsvollen Wege und Pfade des Höhenwegs führen durch die Gruppen des Col Nudo und Monte Cavallo und sind nichts für Einsteiger. Das Überwinden von Klettersteigen und Kletterpassagen sowie die Bewältigung langer Etappen und zahlreicher Stellen II lassen den Höhenweg Nr. 7 zu einer echten Herausforderung werden, deren Schwierigkeitsgrad nicht zu unterschätzen ist. Es empfiehlt sich, die Übernachtung in zwei bis drei Biwaks einzuplanen.

Abenteuer Dolomiten – die Etappen des Dolomiten-Höhenwegs 7

Von Pieve d´Alpago nach Belluno – Flair einer einzigartigen Alpenstadt
Der erste Teil des Fußmarsches beginnt in Pieve d´Alpago und führt Wanderer über die bewirtete Hütte Rifugio Dolomier al Dolàda zum Bivacco Allessio Tofflon. Bei dieser Biwakschachtel befinden sich zwei Plastiktonnen, um Regenwasser aufzufangen. Hier gilt es, die Wasserreserven aufzufüllen, da sich keine Quellen in der Umgebung befinden. Dieser Teil der Route bietet die Möglichkeit, den Col Nudo zu besteigen und unvergessliche Gipfelblicke zu genießen. Über den Rifugio Carlo e Massimo Semenza geht es über Tambre dáplage nach Belluno. Die Stadt in den Alpen bietet den idealen Ort für eine ausgedehnte Rast und eine Übernachtung im einzigartigen Flair der Gipfellandschaft. Hier können Wanderer die Strapazen der bisherigen Strecke abschütteln, Energie tanken und die Eindrücke der bisherigen Strecke auf sich wirken lassen, bevor das Wandern für die nächsten Stunden durch die unberührte Wildnis der Alpen weitergeht.

Von der Provinzhauptstadt nach Segusino – am Ziel des Dolomiten-Höhenwegs 7

Der zweite Teil des Dolomiten-Höhenwegs Nr. 7 führt von der Provinzhauptstadt Belluno in die einsame aber aussichtsreiche Bergwelt des Col Visentins: Ausgangspunkt in Belluno ist das Ristorante „La Casera“, von hier geht es über den Rifugio Col Visentin zum Pian delle Femene, weiter zum Passo di San Boldo und zum Passi di Praderàdego. Weitere Pfade führen zum Rifugio Pose Punér nach Segusino – das Ziel dieser anspruchsvollen Reise.

Alternativroute ohne Freibiwaks: mehr Höhenmeter, mehrere Schutzhütten

Wer auf Freibiwaks verzichten möchte und die Übernachtung in Schutzhütten bevorzugt, kann bewusst einen Weg mit anderen Etappen einschlagen – hier gilt es allerdings, einige Höhenmeter mehr zu bezwingen. Die erste Etappe führt erfahrene Wanderer von Sant Anna auf dem Alpago zur Casera Palantina. Die Anreise nach Sant Anna gestaltet sich über Langarone zum Lago die Santa Core, Farra d Alpage, Valdenogher und Broz am einfachsten. Von hier aus können mehrere Wege eingeschlagen werden. Die bedeutendste und bekannteste ausgeschilderte Route ist die „Sentiero Aplago natura“. Die nächste Etappe verlangt auch allen Erfahrenen einiges ab: Von der Casera Palantina geht es über viele Gipfel, Steige und enge Passagen zum Rifugio Semenza. Der Bivacco Pastour bietet wie alle Etappen eindrucksvolle Landschaftsbilder, allerdings kein Wasser. Auf der folgenden Strecke sind schwierige Passagen zu meistern, bevor der Bivacco Toffolon erreicht werden kann. Der fünfte Teil ist der anspruchsvollste der Tour, der Weg zur Felshöhle Bivacco des Col Nudo sollte nur bei guten Wetterbedingungen in Angriff genommen werden. An genügend Wasser sollten Wanderer ebenfalls denken, denn dieses kann für bis zu neun Stunden nicht aufgefüllt werden. Weiter geht es zum Rifugio Dolada. Wer möchte, kann einen Abstecher auf den Gipfel des Col Nudo machen. Die weiteren Pfade und Steige führen zum Bivacco Val Zea und die achte Etappe über den Bivacco Pastour zum Bivacco Val Provagna. Der Bivacco Gravuzza, das Rifugio Ditta und das Reguio Dolada bieten weitere lohnende, bewaldete oder einsame Naturgegenden, bei denen immer auf Trittsicherheit geachtet werden sollte. Auf der letzten Etappe ist am Bivacco Scalon eine Rast möglich, bevor der Weg in Soccher endet.