Dolomiten Höhenweg 3 – Von Toblach nach Longarone

Dolomiten Höhenweg 3 Drei Zinnen

Dolomiten Höhenweg 3 Drei Zinnen

Der Dolomiten Höhenweg 3 – der Weg der Gämsen

Beim Dolomiten Höhenweg 3, der von Toblach nach Longarone führt, ist der Name Programm. Hier warten zwar kürzere Etappen als auf den Höhenwegen 1 und 2 auf die Alpinisten, diese sind allerdings nicht unbedingt leichter zu bezwingen. Schwierige Abschnitte sorgen auf dem Weg der Gämsen für aufregende Erlebnisse, bei denen auch die eigenen Kletterkünste unter Beweis gestellt werden müssen. Der Weitwanderweg mit der Nummer 3 ermöglicht die Überquerung des Dolomitenmassivs neben dem Hauptkamm des östlichen Gebirges. Durch die Routenführung über die Nebenkämme kommt es beim Dolomiten Höhenweg 3 häufig zu großen Höhenunterschieden auf den einzelnen Etappen. Ein wichtiges Merkmal bei diesem Höhenweg ist, dass Wanderer, die diese Route wählen, sicher im Umgang mit Karte und allgemeiner Orientierung sein sollten, denn auf dem Dolomiten Höhenweg 3 trifft der Bergfreund stellenweise nur auf unscheinbare und spärlich gesäte Markierungen. Außerdem verlangt die Route an manchen Passagen auch geübten Alpinisten Kraft, Ausdauer und Trittsicherheit ab. Hier wird einerseits durch einsame Bergsteige gewandert und dabei die Natürlichkeit der Bergwelt aus nächster Nähe kennengelernt, aber andererseits auch auf rege Geschäftigkeit in den touristischen Zielorten der Etappen getroffen. Dieser Kontrast zwischen Einsamkeit auf manchen Wanderwegen und andernorts Betrieb durch touristische Wandergruppen in großer Zahl, ist dem Dolomiten Höhenweg 3 eigen.

Auch historische Zeugnisse sind während der Wanderungen auf dem Dolomiten Höhenweg 3 zu erkunden. Der Erste Weltkrieg hat auch in den Dolomiten seine Spuren hinterlassen und alte Befestigungsanlagen, Tunnel, Stellungen und Gräben säumen den Höhenweg. Wer sich hier tiefergehend informieren möchte, kann einiges über die Geschichte der Dolomiten in diesen Zeiten im Naturparkhaus in Toblach lernen. Abwechslungsreich, herausfordernd und auch lehrreich – das ist der Dolomiten Höhenweg 3.

Wie lange und wie schwer – Die Eckdaten des Dolomiten Höhenwegs 3

Der Dolomiten Höhenweg 3 ist mit seinen insgesamt 120 Kilometern Länge kürzer als die ersten beiden Höhenwege. Dennoch sollten, nicht zuletzt wegen seines anspruchsvollen Charakters, bis zu 10 Tage für die langen Etappen eingeplant werden. Für die Herausforderung auf dem Weg der Gämsen sorgen einige Klettersteige und -stellen mit einer Schwierigkeit von I und II. Neben den freien Kletterpassagen fordern auch die Klettersteige von den Wanderern volle Konzentration.

Das macht den Dolomiten Höhenweg 3 für Familien mit Kindern oder Einsteiger in die Welt des Bergwanderns nicht zur optimalen Route für die erste Überschreitung der Dolomiten.

Als Stützpunkte direkt am Weitwanderweg sind ein Berggasthof, ein Hotel, ein Restaurant, 2 Biwaks und insgesamt 10 Hütten (Rifugi) vorhanden, die müden Wanderern Unterschlupf, Speis und Trank sowie einen Ort zur Erholung bieten.

 

Die Etappen auf dem Dolomiten Höhenweg 3

Begonnen wird der Dolomiten Höhenweg 3 in Toblach, genauer gesagt in Niederdorf. Ziel ist auf der ersten Etappe Plätzwiese, nach einer Gehzeit zwischen 5 ½ und 6 ½ Stunden. Der Anstieg führt dabei zunächst durch einen Wald, bis steinige Hänge passiert werden und so die Flanke des Dürrensteinmassivs bis zur Plätzwiese und ihrer Passlandschaft umwandert wird. Gleich zu Beginn ist auf dem Dolomiten Höhenweg Schwindelfreiheit und Trittsicherheit gefragt, da der Weg hier nicht immer befestigt ist und stellenweise mit Leitern gesichert wird. Der nächste Tag führt den Wanderer von der Plätzwiese zum Rifugio Bosi, wofür wiederum zwischen 5 ½ und 6 ½ Stunden veranschlagt werden sollten. Nach dem Abstieg durch das Helltal mit sehenswerten Ausblick auf die Drei Zinnen, geht es über einen senkrechten Anstieg zum Gipfel des Monta Piano (2324 m) und schließlich zum Rifugio Bosi. Hier treffen Alpinisten auf einen hohen Schwierigkeitsgrad, der volle Aufmerksamkeit erfordert. Am dritten Tag werden Drahtseile und Leitern genutzt, um zum Rifugio Vandelli zu gelangen. Das dauert zwischen 6 und 6 ½ Stunden. Noch länger, nämlich bis zu 7 Stunden, dauert die Etappe zum Rifugio San Marco am vierten Tag, bei der die Sorapisgruppe durchquert wird, was auch für Geübte sehr anspruchsvoll sein kann. Belohnt werden Wanderer hier von der Aussicht ins Boitetal, das 1000 m unter dem Steig liegt. Der fünfte Tag führt bequem über 4 ½-5 ½ Stunden hinunter nach San Vito di Caore, wo es auch Einkaufsmöglichkeiten gibt, und der am Rifugio Venezia abgeschlossen wird. Ebenfalls leicht geht es auf der sechsten Etappe zum Refugio Dolomites zu, nach 5 ½-6 Stunden erreichen Wanderer hier den Gipfel des Monte Rite, mit Aussichtsplattform und Messner Mountain Museum „Dolomites“. Der siebte Tag endet im Rifugio Bosconero und ist nach 4 Stunden bewältigt. Dafür muss aber ein anstrengender Abstieg mit Ausblick auf die Bosconerogruppe auf sich genommen werden. Ebenfalls sehr anspruchsvoll geht es auf der vorletzten Etappe zum Bivacco Tovanella zu, wofür schon einmal 8 Stunden anfallen können. Dabei wird die Bosconerogruppe durchquert, wobei steile und unsichere Aufstiege warten. Der neunte und letzte Tag schließt den Dolomiten Höhenweg 3 in Longarone ab, wohin man nach 2 ½-3 Stunden über einen sanften Abstieg gelangt.

Wanderführer für den Dolomiten Höhenweg 3

 

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